Digitale Menüboards für die Gastronomie: Was sie kosten und was sie bringen
Displays ab 599 €, Lizenz ab 10 € im Monat — die Zahlen sind schnell genannt. Interessanter ist die Frage, ab wann sich das rechnet. Hier ist die Rechnung mit echten Zahlen, und die Fälle, in denen wir von einem Menüboard abraten.

Die häufigste Anfrage, die bei uns hereinkommt, klingt so: „Wir überlegen, unsere Karte auf Bildschirme zu bringen — was kostet das?" Die kurze Antwort führt in die Irre, weil sie nur den Anschaffungspreis nennt. Ein Menüboard ist eine Kombination aus einem Gerät, das du kaufst, und einer Software, die läuft. Und es ersetzt etwas, das dich bisher auch Geld gekostet hat, nur weniger sichtbar.
Die zwei Kostenblöcke
Bei uns gibt es genau zwei Posten. Das Display kaufst du einmalig, inklusive passgenauer Halterung, Montage durch unser eigenes Team und Einmessung vor Ort. Ein einzelnes Display liegt bei ab 599 €, eine Wand aus drei Panels bei ab 1.699 €. Dazu kommt die Lizenz für die Steuerungssoftware: 10 € pro Display und Monat für SCRN Basic, 15 € für Premium, jeweils zzgl. USt.
Das „ab" steht dort nicht als Verkaufstrick. Diagonale, benötigte Helligkeit und Montagesituation bestimmen den Preis erheblich: ein 43-Zoll-Display an einer Rigipswand kostet weniger als ein 65-Zoll-Panel mit hoher Leuchtstärke an einer Betondecke, in die erst gebohrt und Strom gelegt werden muss. Deshalb schauen wir uns die Fläche vorher an — in Berlin kostenfrei — und nennen danach eine feste Zahl statt einer Spanne.
Was ein Café im ersten Jahr zahlt
Der typischste Fall: ein Display über dem Tresen, das die Karte zeigt und mittags auf das Tagesangebot wechselt.
| Posten | Einmalig | Pro Jahr |
|---|---|---|
| Display inkl. Halterung und Montage | 599 € | — |
| SCRN Basic, 1 Display | — | 120 € |
| Strom, ca. 14 Stunden täglich | — | ca. 190 € |
| Erstes Jahr | — | ca. 909 € |
Ab dem zweiten Jahr bleiben rund 310 € — Lizenz und Strom. Die Stromkosten sind dabei die Position, die in Angeboten meist fehlt: ein 55-Zoll-Profi-Display zieht etwa 100 bis 150 Watt, bei vierzehn Stunden täglich sind das ungefähr 500 bis 750 kWh im Jahr. Der Nachtmodus, der die Fläche zum Betriebsschluss abschaltet, senkt das deutlich und verlängert zugleich die Lebensdauer des Panels.
Die Gegenrechnung: was gedruckte Karten kosten
Hier wird es interessant, weil diese Kosten in keiner Buchhaltung unter „Menüboard" stehen. Eine Kartenänderung bedeutet: jemand passt das Layout an, die Druckerei produziert, jemand holt oder empfängt die Ware, jemand hängt sie auf. Für einen einzelnen Laden mit einem Plakat und einer Änderung pro Quartal reden wir über einen niedrigen dreistelligen Betrag im Jahr — und das ist genau der Fall, in dem sich ein Display finanziell nicht rechnet.
Die Rechnung kippt an zwei Stellen. Erstens bei der Häufigkeit: wer Aktionen fährt, Preise saisonal anpasst oder regelmäßig ausverkaufte Gerichte überkleben muss, ändert nicht vier Mal, sondern zwanzig Mal im Jahr. Zweitens bei der Anzahl der Standorte: jede Änderung fällt pro Filiale an. Bei zwölf Standorten kostet ein einziger Kartenwechsel bereits mehr als die Jahreslizenz für alle zwölf Displays.
Bei zwölf Standorten kostet ein einziger Kartenwechsel mehr als die Jahreslizenz für alle zwölf Displays.
Genau das war der Grund, aus dem RISA Chicken seine zwölf Berliner Filialen umgestellt hat. Vorher bedeutete jede Aktion zwölf Mal Layout, Druck und Montage — und bis der letzte Standort umgestellt war, lief die Aktion oft schon zur Hälfte. Heute wird sie einmal eingestellt und ist überall am selben Tag sichtbar.
Der Teil, der sich schlechter rechnen lässt
Das eigentliche Argument für ein Menüboard ist nicht die Druckkostenersparnis, sondern was am Tresen passiert. Ein Gast, der bestellen will, hat zwei bis drei Sekunden, um sich zu orientieren. Eine Papierkarte behandelt alle Gerichte gleich; ein Display kann führen — mit Bewegung an genau einer Stelle, mit einem Bild in dem Moment, in dem es zählt, mit einer Aktion, die morgens anders lautet als abends.
Belastbare Zahlen dazu sind schwierig, weil sich der Effekt nicht isolieren lässt. Was wir sehen: Wo Aktionen sichtbar platziert werden, werden sie häufiger bestellt. RISA Chicken hat für die Aufmerksamkeit am Display +32 % gemessen. Ich würde das nicht als allgemeingültige Zahl verkaufen — die eigene Karte, der Standort und die Gästestruktur entscheiden mit. Aber die Richtung ist eindeutig.
Dazu kommen zwei Effekte, die niemand einplant und die im Alltag am stärksten wirken:
- Ausverkauft ist ausverkauft. Ein Gericht verschwindet von der Karte, statt durchgestrichen zu werden. Das erspart Erklärungen am Tresen und verhindert Enttäuschungen.
- Preisanpassungen verlieren ihren Schrecken. Wer bei jeder Änderung neu drucken muss, verschiebt sie — und arbeitet monatelang mit veralteten Preisen.
Wovon wir abraten
Nicht jede Anfrage sollte in einem Display enden. Drei Situationen, in denen wir dazu geraten haben, es zu lassen:
1. Eine Karte, die sich nie ändert
Ein Traditionsbetrieb mit zwölf Gerichten, seit Jahren unverändert, ohne Aktionen: hier gewinnt eine gut gestaltete gedruckte Karte. Sie kostet einmal Geld und danach nichts, und ein Display bringt keinen Vorteil, den es rechtfertigt.
2. Niemand im Team, der es pflegt
Ein Menüboard, das ein halbes Jahr dieselbe Aktion zeigt, ist schlechter als ein Plakat — weil Gäste lernen, es zu ignorieren. Wenn nicht klar ist, wer die Inhalte anfasst, fehlt die Voraussetzung. Deshalb fragen wir im Erstgespräch danach, bevor wir über Hardware reden.
3. Ein Fernseher aus dem Elektromarkt als Sparlösung
Diese Variante rechnet sich scheinbar sofort und fällt nach etwa einem halben Jahr aus. Consumer-Geräte sind für wenige Stunden Betrieb am Tag gebaut. Im Dauereinsatz brennt die stehende Karte sichtbar ein, die Helligkeit von rund 250 cd/m² reicht bei Tageslicht nicht, es gibt keinen Nachtmodus, und für die gewerbliche Montage in Gastronomieräumen fehlt die Brandschutzzulassung. Wer so anfängt, kauft zwei Mal.
Wann sich ein Menüboard rechnet
Wenn du deine Karte häufiger als vier Mal im Jahr änderst, Aktionen fährst oder mehr als einen Standort hast — dann ja, meist schon im ersten Jahr. Bei einer statischen Karte an einem Standort ist eine gute gedruckte Lösung ehrlicher. Und wenn niemand im Team die Inhalte pflegen wird, warte damit, bis das geklärt ist.
Zeig uns deine Karte.
Schick uns deine aktuelle Speisekarte und ein Foto vom Tresen — dann sagen wir dir, welches Format passt und was es kostet. Antwort innerhalb von einem Werktag.